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Verifikation in der Medizintechnik

Ein Produkt in der Medizintechnik muss definierte Anforderungen erfüllen, unter realen Bedingungen funktionieren und entsprechend dokumentiert sein. Das ist Verifikation.

Bei B&W betrachten wir Verifikation als Teil der Entwicklung selbst. Denn die Erfahrung zeigt, dass die relevanten Probleme selten erst im Test entstehen, dort treten sie zutage Sie entstehen früher, z. B. in unklaren Anforderungen, in unsauberen Schnittstellen und in fehlender Rückkopplung zwischen Mechanik, Elektronik und Software.

Verifikation beantwortet eine klare Frage: Haben wir das Produkt richtig entwickelt?

Es geht um den Nachweis, dass definierte Anforderungen tatsächlich erfüllt sind. Das betrifft Maße und Toleranzen, Funktionen, Belastbarkeit, Materialverhalten, Softwarelogik, Schnittstellen und dokumentierte Leistungsdaten. In der Medizintechnik ist dieser Nachweis essenziell, weil kleine Abweichungen schnell große Folgen haben können.

Die Verifikation zeigt klar, ob eine Anforderung erfüllt ist oder nicht. Sie liefert ein eindeutiges Ergebnis und macht Lücken sichtbar. Das beginnt bei Anforderungen, die sich später kaum prüfen lassen, und setzt sich fort, wenn Risikomanagement und Prüfstrategie nebeneinander laufen, statt aufeinander aufzubauen. Wenn zusätzlich Prototypen zwar vorhanden sind, ihre Testbarkeit jedoch nie konsequent mitgedacht wurde, kann es zu einem kritischen Projektabschnitt werden. Im schlimmsten Fall kann die gesamte Produktentwicklung und/oder Zulassung gefährdet werden.

Dazu kommt die Systemebene: In medizintechnischen Produkten beeinflussen sich Mechanik, Elektronik und Software permanent. Eine Auffälligkeit ist deshalb meistens kein lokaler Fehler, sondern sie weist auf einen Zusammenhang im Gesamtsystem hin … etwa auf eine Toleranzkette, thermische Effekte oder eine Schnittstelle, die unter Last anders reagiert als erwartet.

Von grundsätzlichen prüfbaren Anforderungen aus verknüpfen wir Entwicklung, Risikobetrachtung, Simulation, Prototypenbau und Prüftechnik so, dass Erkenntnisse früh vorliegen. Das ist einer der Gründe, warum wir interdisziplinär arbeiten. Sie wissen ja: Wenn Mechanik, Elektronik und Software eng zusammengeführt werden, entstehen logischerweise weniger Reibungsverluste. Wenn zusätzlich Prototypen, Labore, Messmittel und Prüftechnik direkt verfügbar sind, werden ihre Schleifen kürzer. Probleme lassen sich schneller eingrenzen, bewerten und lösen.

Eine tragfähige Verifikation entsteht unserer Meinung nach durch passende Prüfungen zum passenden Zeitpunkt. Deshalb achten wir auf klare Prüfkriterien, nachvollziehbare Messmethoden, reproduzierbare Testumgebungen und realistische Belastungsprofile. Unsere Prüfstände und Messverfahren sind darauf ausgelegt, reale Einsatz- und Umweltbedingungen so abzubilden, dass Schwachstellen schnell und am Anfang sichtbar werden.

Im Alltag werden die Begriffe Verifikation und Validierung oft vermischt. Für die Entwicklung ist aber die Trennung wichtig.

Als Entwicklungsdienstleister liegt der Fokus von B&W auf der Verifikation, da sie den systematischen Nachweis liefert, dass die Entwicklung die spezifizierten Anforderungen erfüllt. Die Validierung hingegen zielt auf den Nachweis des Nutzens im realen Anwendungskontext ab und erfordert ein tiefes Verständnis der konkreten Einsatzbedingungen sowie des Zielmarkts. Dieser Kontext liegt typischerweise beim Kunden, weshalb die Validierung in der Regel von ihm durchgeführt wird.

Beides gehört aber zusammen und beides braucht eigene Methoden.

Verifikation betrifft Sicherheit, ja, aber sie betrifft ebenso Termine, Kosten und Planbarkeit.

Wenn wir Anforderungen früh sauber in die Prüfungen übersetzen und diese Prüfungen auch durchführen, sinkt der Änderungsaufwand in späten Projektphasen. Wenn Risiken früh sichtbar werden, lassen sich Entscheidungen solider treffen und wenn Nachweise strukturiert entstehen, wird der Weg zur Markteinführung stabiler.

„Verifikation ist Entwicklungsdisziplin.“

Wenn Sie Anforderungen, Risiken, Teststrategie und Systemverständnis früh zusammenführen, entwickeln Sie klarer und sicherer. Darin sehen wir unseren Beitrag! Das heißt , technische Komplexität so zu strukturieren, dass – mit interdisziplinären Teams, eigener Prüftechnik, kurzen Rückkopplungsschleifen und einem klaren Blick auf das Gesamtsystem – belastbare Produkte entstehen.

Modellbasiertes System Engineering – Vier Fragen für einen sauberen Projektstart

Autor:

Medizintechnik

Wenn es darum geht, aus medizinischen Geräten wirkungsvolle Unterstützer zu machen, vertrauen Sie auf die Fachkenntnisse von B&W. Wir decken verschiedene Domänen ab und sind darauf spezialisiert, Mechanik, Elektronik und Software für die Medizintechnik zu entwickeln. Zudem kümmern wir uns um den professionellen Aufbau und Durchführung von Tests, um die Sicherheit und Effizienz unserer Lösungen zu gewährleisten.

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