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Medizintechnik als Effizienzmotor im Gesundheitssystem

Die Prognos-Studie „Effizienzpotenziale von Innovationen für das Gesundheitswesen“ beziffert die jährlichen Einsparpotenziale durch Innovationen der industriellen Gesundheitswirtschaft auf über 20,8 Milliarden Euro im GKV-System. Rund 9 Milliarden Euro davon entfallen auf die Medizintechnik. Wir ordnen für Sie kurz ein, welche Anforderungen daraus für Engineering, Verifikation und Industrialisierung entstehen.

Effizienz im Gesundheitssystem entsteht, wenn Medizinprodukte in der Klinik, im ambulanten Eingriff und in der häuslichen Anwendung funktionieren.

Die Prognos-Studie liest sich auf den ersten Blick wie ein gesundheitspolitisches Papier. Es geht um GKV-Finanzierung, Beitragssätze, Ausgabenszenarien und die Frage, wie das Gesundheitssystem langfristig tragfähig bleibt. Für uns wird die Studie relevant, wenn aus volkswirtschaftlichen Zahlen Anforderungen an die technische Entwicklung werden.

Prognos beziffert die aktuellen Einsparpotenziale durch Innovationen der industriellen Gesundheitswirtschaft auf jährlich über 20,8 Milliarden Euro im GKV-System. Rund 9 Milliarden Euro davon entfallen auf die Medizintechnik. Ein besonders großer Hebel liegt in der Ambulantisierung, für die die Studie ein Potenzial von 6,02 Milliarden Euro pro Jahr nennt. Im Szenario „Vorfahrt für Innovation und Digitalisierung“ steigen die GKV-Leistungsausgaben bis 2045 auf 616 Milliarden Euro statt auf 663 Milliarden Euro im Referenzszenario. Der Beitragssatz läge dann bei 18,7 Prozent statt bei 20,1 Prozent. Diese Zahlen haben ihren Ursprung in konkreten technischen Entscheidungen.

Ein Medizinprodukt spart keine Kosten, weil es neu ist.

Es entfaltet seinen Nutzen, wenn es in der Klinik funktioniert, vernünftig bedient werden kann, verlässlich prüfbar ist, regulatorisch sauber gedacht wurde und in der Serie stabil bleibt.

Die Ambulantisierung zeigt diesen Zusammenhang deutlich. Ein Eingriff wechselt vom stationären in das ambulante Setting, wenn die Technik diesen Ortswechsel verlässlich gewährleistet. Geräte müssen schneller einsatzbereit sein, weniger Infrastruktur binden, Rückmeldungen geben und auch unter engeren räumlichen Bedingungen funktionieren.

Minimalinvasive Instrumente brauchen präzise Mechanik, gute Bildgebung, zuverlässige Elektronik, eine professionelle Softwarelogik und eine benutzerfreundliche Bedienung. Sterilisierbarkeit, Materialauswahl, Toleranzketten, Aufbereitung, Dokumentation und Servicefähigkeit entscheiden darüber, ob eine Idee in die Versorgung kommt.

Robotische Systeme machen denselben Zusammenhang

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sichtbar. Eine Bewegung an der Instrumentenspitze muss wiederholbar bleiben, auch wenn reale Bauteile streuen. Reibung, Kraftübertragung, Schwingungen, Montage, Wartung und Gebrauchsumgebung wirken zusammen. Ein Prototyp kann im Labor überzeugen und später in der Serie Schwierigkeiten machen, wenn Toleranzen, Prüfkonzepte oder Serienprozesse zu spät betrachtet werden. Wir setzen früh auf Systemverständnis, Nachweisbarkeit und seriengerechte Konstruktion.

Die Studie verweist auch auf digitale Lösungen, Telemedizin, Registersysteme und KI-gestützte Diagnostik. Aus unserer Sicht entsteht deren Wirkung aber nicht in der Software allein. Sie braucht belastbare Geräte, gute Daten, verlässliche Schnittstellen, geeignete Sensorik, sichere Energieversorgung, Kalibrierbarkeit und eine saubere Integration in reale Abläufe.

  • Ein Telemonitoring-System hilft nur, wenn die Messwerte zuverlässig entstehen und verständlich genutzt werden.
  • Ein klinisches Gerät muss auch dann funktionieren, wenn Schichtbetrieb, Reinigung, Kabelwege, Steckzyklen und Zeitdruck täglich Spuren hinterlassen.

Späte Korrekturen kosten Geld, Zeit und Vertrauen. Wenn Anforderungen unklar bleiben, Schnittstellen nur grob beschrieben sind oder Systemgrenzen nicht qualitativ gedacht werden, wandert die Unsicherheit durch das Projekt. Irgendwann taucht sie im Labor, in der technischen Dokumentation, in der Zulassung oder in der Serie wieder auf. Hier helfen MBSE, digitale Zwillinge und frühe Verifikation. Mechanik, Elektronik, Software, Risikomanagement und Anforderungen werden nicht parallel betrachtet, sondern als ein System.

Unser Cross-Industry-Blick zwischen Medizintechnik und Gerätetechnik unterstützt diese Arbeitsweise ebenfalls. Aus der Gerätetechnik kommt der Sinn für Robustheit, Kosten, Thermik, Akkuintegration, Produktion, Montage und Service. Aus der Medizintechnik kommt die Konsequenz bei Risikomanagement, Nachweisführung, Gebrauchstauglichkeit und regulatorischer Sicherheit. Beides gehört zusammen, wenn aus einer Idee ein serienreifes System werden soll. Gerade mittelständische Hersteller brauchen Entwicklungspartner, die technische Tiefe mit Pragmatismus verbinden.

Die Studie zeigt außerdem, dass Einsparungen Investitionen voraussetzen.

Neue Geräte, Schulungen, Prozesse, Infrastruktur und Zulassungen … Effizienz erfordert, dass Entwicklung, Anwendung und Serienlogik gemeinsam betrachtet werden.

Für uns zeigt die Studie, dass Medizintechnik volkswirtschaftlich wirksam wird, wenn sie hochwertig entwickelt, vernünftig geprüft und konsequent in der Anwendung gedacht ist. Hinter vielen Milliarden Euro Potenzial stehen Entwicklungsentscheidungen im Detail:

  • eine saubere Schnittstelle,
  • eine stabile Toleranzkette,
  • ein guter Prüfstand,
  • eine verständliche Bedienung,
  • ein seriengerechtes Konzept.

So kann Medizintechnik zum Treiber werden. Wenn dieses Thema gerade in Ihrem Projekt auf dem Tisch liegt, sprechen wir gern darüber.

Quelle: Prognos 2025, „Effizienzpotenziale von Innovationen für das Gesundheitswesen“, Studie im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie.

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Medizintechnik

Wenn es darum geht, aus medizinischen Geräten wirkungsvolle Unterstützer zu machen, vertrauen Sie auf die Fachkenntnisse von B&W. Wir decken verschiedene Domänen ab und sind darauf spezialisiert, Mechanik, Elektronik und Software für die Medizintechnik zu entwickeln. Zudem kümmern wir uns um den professionellen Aufbau und Durchführung von Tests, um die Sicherheit und Effizienz unserer Lösungen zu gewährleisten.

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