EMV wird erst dann ernst genommen, wenn das erste Muster Richtung Labor geht … Das sehe ich in Projekten um ehrlich zu sein immer wieder. Und dann ist der Spielraum klein, Änderungen ziehen Kreise und vermeidbare Schleifen werden teuer. Das Thema ist wichtig! Deshalb werde ich im Mai auf der MedConf 2026 in München-Unterhaching sprechen, einer Konferenz zu Software- und Geräteentwicklung in der Medizintechnik mit Schwerpunkten unter anderem auf Geräteentwicklung, Normen und Richtlinien sowie Safety und Security.
EMV beginnt in der Konzeptphase. Also an dem Punkt, wo wir Anforderungen schärfen, Einsatzumgebungen festlegen und die relevanten Normen bestimmen. Dazu gehören auch die Grenzen für Emission und Störfestigkeit. Wer diese Punkte zu spät definiert, verschiebt Unsicherheit nur in eine spätere Projektphase.
Die Leiterplatte liest kein Lastenheft … Sie folgt Physik.

In der Medizintechnik ist das aus meiner Sicht besonders wichtig. Geräte arbeiten nicht im luftleeren Raum, sondern in einer Umgebung mit weiteren Systemen, Leitungen, Schnittstellen und klaren regulatorischen Erwartungen. Ein sauberes EMV-Konzept ist deshalb Teil einer robusten Produktentwicklung.
Ein belastbares Design entsteht aus frühen Architekturentscheidungen. Masse- und Erdungsstrategie, Stromrückwege, Potentialtrennung und der Umgang mit Schnittstellen gehören von Anfang an auf den Tisch. Spätere Korrekturen greifen dann oft nicht nur ins Layout ein, sondern in Mechanik, Elektronik und Zeitplan.
Deshalb betrachte ich EMV auch nie als reines Layoutthema: Elektronik, Mechanik, Software und Fertigung wirken hier zusammen. Das Gehäuse beeinflusst Öffnungen und Schirmung. Kabelwege und Steckverbinder verändern das Störverhalten. Software kann Schalt- und Taktmuster verschärfen oder beruhigen. In der Fertigung entscheidet sich, ob ein gutes Konzept stabil umgesetzt wird oder nur auf Zeichnungen gut aussieht.
Wir brauchen bei EMV Simulationen, Nahfeldanalysen und Pre-Compliance-Messungen, die uns helfen, kritische Stellen früh sichtbar zu machen. Damit erkennen wir Risiken zu einem Zeitpunkt, an dem Entscheidungen noch wirtschaftlich korrigierbar sind.
Der Satz „Das filtern wir später weg“ wirkt ungefähr bis zur ersten Messung sehr souverän.
Eine Frühe EMV-Arbeit hält Entwicklung steuerbar. Varianten lassen sich sauber bewerten, Nacharbeit sinkt und Zulassung wird planbarer. Wer EMV früh integriert, schützt Termine, Budgets und vorallendingen die Ruhe im Projekt.
Die MedConf ist für Fachleute aus Entwicklung, Qualitätsmanagement, Produktentwicklung und Regulatory Affairs. Also gehört das Thema dahin, weil EMV quer durch alle Gewerke läuft und an vielen Stellen entschieden wird, lange bevor ein Prüflabor beteiligt ist. Die Veranstaltung findet vom 19. bis 21. Mai 2026 in München-Unterhaching statt und bringt vor Ort die Perspektiven zusammen.
In meinem Vortrag zeige ich, wie wir EMV-Risiken in jeder Projektphase greifbar machen. Ich will erklären, wo Projekte in meistens kippen und wie wir davor die richtigen Entscheidungen treffen. Wer auf der MedConf dabei ist, soll mit klaren Arbeitspunkten nach Hause fahren können.










