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B&W ENGINEERING

INNOVATION AUS TRADITION

INNOVATION AUS TRADITION

Embedded Software und Elektronik für ein teilwiederverwendbares Spülsystem.

e‑Lavage.

Bei der Implantation eines Hüftgelenks oder bei größeren orthopädischen Eingriffen wird Knochenmaterial gefräst. Die entstehenden Späne und Gewebereste müssen zuverlässig aus dem Operationsgebiet entfernt werden. Spülsysteme wie e‑Lavage haben die Aufgabe, die knöcherne Implantatseite zu reinigen, so dass die Haftung des Zements besser ist und die Implantate folglich besser verankert sind.

Bisher kommen dafür häufig komplette Einweg-Systeme zum Einsatz. Das heißt Handstück, Schlauch, Antrieb, Energieversorgung etc. alles wandert nach einer Operation in den Abfall. Das kostet Geld und Ressourcen.

H&B wollte diesen Standard verbessern und ein teilwiederverwendbares Lavage-System entwickeln. Die Idee ist, dass nur die Komponenten entsorgt werden, die mit Patienten und Spülflüssigkeit in Berührung kommen. Das sind z. B. Schlauchset und sterile Hülle. Eine Aufbereitung ist nicht notwendig, da die Antriebseinheit nicht verunreinigt wird und auch keinen Kontakt zum Patienten hat. So sinkt der Materialeinsatz, ohne Abstriche bei Hygiene, Leistung oder Handhabung.

Entwicklung einer kompakten Antriebselektronik inklusive Embedded Software in C, BLDC-Motoransteuerung sowie integrierter 4-Kanal-Li-Ionen-Ladestation mit bis zu 60 W Gesamtleistung.

Sichere und leistungsoptimierte Energieversorgung durch DC/DC-Wandler, Akku-Schutzschaltung, EMV-optimiertes Leiterplattenlayout sowie Schnellladung bis 3 A pro Kanal.

Ganzheitliche Systementwicklung mit Prüf- und Inbetriebnahmehilfsmitteln, Kommunikations- und Anzeigeelementen sowie enger Abstimmung von Mechanik, Elektronik, Software und Usability inklusive Tests und MDR-Vorbereitung.

H&B bringt die starke Basis in Mechanik und Produktion mit. Elektronik, Embedded Software und Tests kommen – als Entwicklungspartner – von uns für einen sicheren, wiederverwendbaren Antrieb.

In der Kooperation mit H&B übernahmen wir die Hardware- und Softwareentwicklung der Antriebseinheit sowie einer 4‑Kanal‑Li‑Ionen‑Ladestation für den intraoperativen Einsatz. Ziel war es, ein klassisches Einmal-System so zu gestalten, dass – bei gleichbleibender Energieeffizienz, Sicherheit und Usability – zentrale Komponenten mehrfach eingesetzt werden können.

Zu unseren Aufgaben gehörten in der Elektronik die Auswahl eines geeigneten Mikrocontrollers, die Dimensionierung des DC/DC‑Wandlers inklusive EMV-optimiertem Leiterplattenlayout, die Definition der Schnittstellen zwischen Hardware und Software sowie die Bewertung von Randbedingungen von Industriedesign bis Stromverbrauch. Zusätzlich haben wir Fertigbarkeit und Herstellkosten im Blick behalten, am Montage- und Servicekonzept mitgearbeitet und Optionen für spätere Software-Updates vorgesehen.

„Im Projekt e‑Lavage haben wir die Antriebselektronik, die 4‑Kanal‑Li‑Ionen‑Ladestation und die Embedded Software in C entwickelt. Dazu gehören die Auswahl des Mikrocontrollers, die Dimensionierung des DC/DC‑Wandlers, die Auslegung der Ladetechnik, EMV‑optimierte Layouts sowie Hilfsmittel für den automatischen Prüfplatz. Entscheidend war die enge Abstimmung mit der Mechanik von H&B, um hohe Spülleistung, Wiederverwendbarkeit und Bauraumvorgaben zusammenzubringen.“

Stefan Schiefelbein
Bereichsleitung Gerätetechnik, B&W Engineering

Typisch für die Zusammenarbeit mit H&B war der enge Austausch zwischen Mechanik und Elektronik. Zu Projektbeginn definierten wir gemeinsam Funktionen, Batterietyp, LED‑Typ und -farbe sowie Anforderungen an Ergonomie und Haptik. Danach arbeiteten beide Teams parallel in ihren Disziplinen und brachten die Ergebnisse, etwa, wenn der Mikrocontroller aus thermischen Gründen seinen Platz wechseln musste oder zusätzliche Sicherheitsfunktionen hinzukamen, regelmäßig zusammen. Schritt für Schritt entstand ein System, in dem alle Randbedingungen stimmig zusammenspielen.

E‑Lavage erfüllt Anforderungen wie hohe und einstellbare Spülleistung, leisen Betrieb, Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus, ergonomisches Design, ein steriles Gesamtsystem mit herausnehmbarer und aufladbarer Antriebseinheit sowie eine kosteneffiziente Fertigung.

Im Projekt kamen physische und digitale Mockups in einem Stage‑Gate‑Prozess zum Einsatz, kollaboratives Engineering zwischen Usability, Mechanik, Elektronik und Software, Usability‑Tests und Evaluationen, ein Design‑History‑File zur Dokumentation sowie die Vorbereitung der Zulassung nach MDR und von Schutz- und Markenrechten durch H&B.

Die Entwicklung eines teilwiederverwendbaren Lavage-Systems bedeutete für uns, funktionale, regulatorische und wirtschaftliche Anforderungen in Einklang zu bringen. In B&W Engineering hatten wir einen verlässlichen Entwicklungspartner, mit dem wir als Team technische Konzepte auf hohem Niveau in eine serienreife Lösung überführen konnten. B&W ergänzte uns perfekt mit der tiefen und langjährigen Erfahrung in der medizinischen Software- und Elektronikentwicklung. Die Kooperation war geprägt von Offenheit, Pragmatismus und einem gemeinsamen Anspruch an Qualität – entscheidend für den erfolgreichen Projektverlauf.“

Tobias Morlok
Entwicklungsleiter Medizintechnik

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